Nomadenkino × Kater Berlin · Eine Filmreihe in Planung
Kino, das sich nicht
festlegen lässt.
Lilith Stangenberg spielt Figuren, die sich einfachen Erklärungen entziehen. Mal tastend und verletzlich, mal komisch, fordernd oder von einer eigentümlichen Ruhe. Wir möchten ihrem Spiel eine Reihe widmen – und den unterschiedlichen Filmwelten, in denen es seinen Platz findet.
Acht Einblicke
Plakate und ein Filmbild. Über die Zahlen durchblättern; mit der Tastatur per Tab und Pfeiltasten.
Zur Idee der Reihe
Eine Schauspielerin.
Viele Möglichkeiten von Kino.
Was verbindet die Begegnung mit einem Wolf mit einem Super-8-Film über alte Freundschaften? Oder ein Familiendrama mit einer bitteren Komödie aus dem antiken Rom? Zunächst einmal Lilith Stangenberg. Gerade die Unterschiede interessieren uns: wie sich ihr Spiel mit einer anderen Regie, einem anderen Rhythmus und einer anderen Bildsprache verändert.
Den Ausgangspunkt bildet Für immer 16 von Brezel Göring. Zwischen Musik, Underground und der Lust am gemeinsamen Filmemachen liegt eine schöne Verbindung zum Kater: ein Ort, an dem wir die Tanzfläche auch als Kinoraum denken möchten. Von hier aus führt die Auswahl zurück zu Wild und weiter zu Filmen, die sehr verschiedene Fragen an Nähe, Freiheit und Verantwortung stellen.
Kein vollständiger Lebenslauf auf der Leinwand, sondern eine Einladung zum Wiedersehen und Entdecken.
Unsere Auswahl
Die Filme
Für immer 16
Charlotte, Helena und Oskar kommen nach dem Ende ihrer Experimentalfilmgruppe wieder zusammen. Alte Spannungen sind schnell zurück – und die Idee, noch einmal gemeinsam einen Film zu drehen. Brezel Göring verbindet Super-8-Bilder, Musik und schrägen Humor zu einer Geschichte über Freundschaft und das Älterwerden abseits gerader Lebensläufe. Lilith Stangenberg spielt Charlotte.
Wild
Auf dem Weg zur Arbeit begegnet Ania einem Wolf. Das Tier lässt sie nicht mehr los; allmählich gerät ihr vertrauter Alltag aus dem Gleichgewicht. Nicolette Krebitz erzählt von Begehren und dem Wunsch nach einem anderen Leben. Stangenbergs Spiel hält dabei die Spannung zwischen äußerer Zurückhaltung und einer wachsenden Entschlossenheit.
Sterben
Die Familie Lunies ist miteinander verbunden und doch weit voneinander entfernt. Matthias Glasner erzählt von Krankheit, Liebe, Musik und den Verletzungen, die Menschen einander zufügen. Als Ellen bringt Lilith Stangenberg eine eigene, unruhige Bewegung in dieses große Familienensemble – zwischen Sehnsucht nach Nähe, Alkohol und einer schwierigen Beziehung.
Der Staat gegen Fritz Bauer
Ein Hinweis auf Adolf Eichmanns Aufenthaltsort führt Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in einen Konflikt mit den Institutionen der jungen Bundesrepublik. Lars Kraumes Film verbindet politische Geschichte mit einem spannungsvollen Porträt von Beharrlichkeit und Widerstand. Stangenberg ist hier in einer Nebenrolle zu sehen: ein anderer Maßstab innerhalb der Reihe.
Europa
Beate Winter reist im Auftrag eines internationalen Konzerns nach Albanien. Hinter dem Versprechen von Entwicklung und Investitionen stehen handfeste Interessen an Land und Besitz. Lilith Stangenberg spielt eine Managerin, deren professionelle Freundlichkeit zunehmend Druck erzeugt. Ein Film über Machtverhältnisse – und über die Sprache, die sie verdeckt.
Makamisa
Khavn nimmt José Rizals unvollendeten Roman als Ausgangspunkt für ein eigenwilliges Filmexperiment. Handkolorierte Bilder, Stummfilmformen und philippinische Kolonialgeschichte treffen aufeinander. Mit Lilith Stangenberg führt dieser Film die Reihe in eine Bildwelt, die sich vom vertrauten Gegenwartsdrama weit entfernt.
Idioten der Familie
Vier Geschwister verbringen ein Wochenende miteinander, bevor Ginnie, die mit einer Behinderung lebt, in eine Einrichtung ziehen soll. Zwischen alten Rollen, Überforderung und Zuneigung wird die Frage nach Verantwortung neu gestellt. Stangenberg spielt Ginnie; der Blick auf sie verändert zugleich den Blick auf die ganze Familie.
Haltlos
Martha ist ungewollt schwanger und erwägt, ihr Kind zur Adoption freizugeben. Was von außen nach einer einzelnen Entscheidung aussieht, wird für sie zu einem widersprüchlichen Prozess. Stangenberg trägt dieses intime Drama über Erwartungen an Mutterschaft, fehlenden Halt und den Wunsch, selbst über das eigene Leben zu bestimmen.
Seneca
Als Kaiser Nero seinen früheren Lehrer fallen lässt, gerät Senecas Philosophie in eine sehr konkrete Prüfung. Robert Schwentkes bitterböse Satire blickt auf Macht, Eitelkeit und die Grenzen großer Worte. Neben John Malkovich als Seneca ist Lilith Stangenberg als dessen Frau Paulina zu sehen.
Wie geht es weiter?
Wir planen. Ihr könnt schon entdecken.
Die Reihe ist für den Kater Berlin vorgesehen. Termine, endgültige Filmauswahl und mögliche Gäste veröffentlichen wir, sobald sie feststehen.
Bis dahin findet ihr unsere bereits angekündigten Vorstellungen im aktuellen Programm →
Filmangaben & redaktionelle Quellen
Die Texte sind redaktionelle Einordnungen des Nomadenkino. Filmangaben und Handlungsbeschreibungen wurden unter anderem mit filmportal.de: Für immer 16, filmportal.de: Haltlos, Alamode: Der Staat gegen Fritz Bauer und Filmladen: Europa abgeglichen. Verwendet werden die bereits für die Reihe hinterlegten Filmplakate und ein Filmstill; die Bildrechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.







